München (dpa) - Das Münchner Landgericht informiert später als erwartet über eine mögliche Anklage gegen Formel-1-Chef Bernie Ecclestone.

"Wegen notwendiger Übersetzungsarbeiten kann ich voraussichtlich erst im Juli über die Ermittlungsergebnisse der Staatsanwaltschaft berichten", sagte Gerichtssprecherin Margarete Nötzel am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa in München. Ursprünglich wollte sich das Gericht noch im Juni äußern.

Ob die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben hat, einen Strafbefehl oder eine Einstellung mit Zustimmung des Gerichts beantragt hat, ist immer noch unklar. Ecclestone wird vorgeworfen, dem früheren BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky beim Verkauf der Formel-1-Anteile der Bank rund 44 Millionen Dollar Schmiergeld gezahlt zu haben. Gribkowsky war vor knapp einem Jahr zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt worden, weil er das Geld angenommen und nicht versteuert hat. Seit 2011 ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Vorwurfs auch gegen den 82-jährigen Ecclestone.

Ecclestone hat die Vorwürfe stets bestritten und die Millionenzahlung an Gribkowsky als eine Art Schweigegeld dargestellt, damit dieser ihn nicht bei den britischen Steuerbehörden anschwärzt.