Paris (dpa) - Der deutsche Formel-1-Rennstall MercedesAMG muss eine Strafe wegen seines Reifentests für Pirelli im vergangenen Monat fürchten.

Der Präsident des Internationalen Automobilverbandes FIA, Jean Todt, hat den Fall an das zuständige Internationale Tribunal weitergeleitet. Die Nachricht ereilte die Mercedes-Verantwortlichen auf dem Weg zum Großen Preis von Kanada in Montréal.

"Wir respektieren die Hoheit der Sportbehörde in diesem Prozess. Es wird alles sehr transparent und professionell ablaufen. Da habe ich großes Vertrauen", hatte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff in der vergangenen Woche gesagt. Entscheiden muss nun das zwölfköpfige Tribunal, dem auch zwei Deutsche angehören: Die ehemalige Pilotin und aktuelle Motorsport-Funktionärin Waltraud Wünsch sowie Dirk-Reiner Mertens, der auch als Richter am Internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne arbeitet.

Gegen den Mercedes-Test hatten Red Bull und Ferrari vor dem Großen Preis von Monaco vor rund anderthalb Wochen Protest eingelegt. Am Rosberg-Sieg änderte dies damals aber nichts. Die Akte eines Ferrari-Tests im April ebenfalls auf dem Grand-Prix-Kurs bei Barcelona wurde unterdessen geschlossen, weil die Italiener mit einem zwei Jahre alten Wagen gefahren waren. Mercedes fuhr mit dem aktuellen Auto, was einen Regelverstoß darstellen könnte.