Köln (SID) - Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich wünscht sich so schnell wie möglich Olympia in Deutschland. "Je früher wir den Zuschlag für Olympische Spiele bekommen, umso besser für den Spitzensport in Deutschland, umso besser für den Breitensport", sagte der CSU-Politiker im Gespräch mit der FAZ (Donnerstagausgabe).

Das Münchner Konzept für die Winterspiele 2018 sei "super" gewesen: "Mit einigen wenigen Änderungen könnten wir damit sofort wieder antreten." Man müsse dabei auf jeden Fall die Bürger einbeziehen. "Wenn sie einverstanden sind, entscheidet der Sport über eine erneute Bewerbung", sagte Friedrich.

Zuletzt hatte sich Leipzig für die Sommerspiele 2012 und München für die Winterspiele 2018 beworben. Die bayerische Landeshauptstadt könnte auch für 2022 wieder ihren Hut in den Ring werfen. "Wenn wir den Zuschlag für 2022 nicht bekommen, hätte die Wintersportnation Deutschland 90 Jahre lang keine Winterspiele im eigenen Land, 90 Jahre! Es wird also höchste Zeit", sagte Friedrich.

Das Einverständnis der Bürger will sich der deutsche Sport im Herbst holen. Statt der bisher geplanten zwei Bürgerentscheide in München und Garmisch-Partenkirchen wird es vor der Bewerbung um die Winterspiele 2022 sogar vier Abstimmungen geben. "Wir haben Übereinstimmung erzielt, dass wir am 10. November vier Bürgerentscheide durchführen", sagte Münchens Oberbürgermeister Christian Ude.

Sollten diese positiv verlaufen, wird der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) am 14. November die Bewerbung beim IOC einreichen. "Die Bürger in Deutschland sind sich bewusst, welche Vorteile Olympische Spiele in diesem Land für Wirtschaft, Sport und Gesellschaft hätten", sagte DOSB-Präsident Thomas Bach: "Sie haben gesehen, dass die Bewerbung für 2018 unser Land gut und überzeugend vertreten hat."

Das Bewerbungskonzept 2018 soll entsprechend den Angaben der Arbeitsgemeinschaft der Wintersportverbände im DOSB optimiert werden, indem die Biathlon- und Langlauf-Wettbewerbe in Ruhpolding stattfinden. Es gibt Überlegungen, Aerials und Halfpipe im Münchner Olympiapark auszutragen. Ziel ist dabei auch, durch die weitestgehende Inanspruchnahme von bereits bestehenden Wettkampfstätten eine bestmögliche Nachhaltigkeit zu erzielen.