Erfurt (dpa) - Der Thüringer Neonazi-Untersuchungsausschuss vernimmt heute die Mutter des mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt. Dabei geht es um die Razzia im Januar 1998, bei der die Jenaer Bombenwerkstatt des späteren NSU-Trios aufflog, und die Frage, wie sich Böhnhardt absetzen konnte.

Die meisten Polizisten hatten ausgesagt, er habe nicht festgenommen werden können, da der Bombenfund in Beate Zschäpes Garage noch nicht bekannt war, als er verschwand.

Voraussichtlich wird Böhnhardts Mutter noch ein weiteres Mal vom Ausschuss gehört werden, weil der Verfassungsschutz später mit der Familie über eine Rückkehr des NSU-Trios verhandelte. Außerdem besuchten die Eltern nach eigenen Schilderungen die drei mutmaßlichen Terroristen bis Anfang Frühjahr 2002 mehrfach in Sachsen. Dem NSU-Trio werden zehn Morde zur Last gelegt.