Berlin (dpa) - Die Hochwasserlage bleibt in Teilen Deutschlands gefährlich. In einigen Regionen begannen zwar erste Aufräumarbeiten, doch die Flut rollt nun auf Norddeutschland zu. In Niedersachsen und Brandenburg steht das Schlimmste wohl erst bevor.

Die Situation in Sachsen-Anhalt blieb ernst. Bayern kämpft weiter gegen die Wassermassen.

Die Flutkatastrophe beschäftigte am Donnerstag den Bundestag. Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sagte den von Flutschäden Betroffenen weitere Unterstützung zu, die über die Soforthilfe des Bundes von 100 Millionen Euro hinaus gehen soll. Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) sagte: "Wir lassen die betroffenen Menschen nicht allein."

Im Bundestag diskutierten die Fraktionen am Vormittag über die Folgen und Konsequenzen der Rekordflut. Schäuble sagte, es werde alles getan, um die langfristigen Schäden zu beheben. "Darauf können sich alle verlassen." Lammert dankte wie Schäuble den Helfern vor Ort, insbesondere den vielen Freiwilligen. Erneut werde die Erfahrung gemacht, dass Not und Leid einhergingen mit Tatkraft und Hilfe sowie einer "eindrucksvollen menschlichen Zuwendung".

Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) zeigte sich erschüttert über die Folgen des Hochwassers. "Es ist unbeschreiblich schlimm. Das übersteigt alle Dimensionen", sagte Seehofer bei einem Besuch in Deggendorf. Zuvor war Seehofer mit dem Hubschrauber über die Hochwassergebiete im Landkreis geflogen. In der Region drohen zudem Deichbrüche. Erste Evakuierungen sind nach Polizeiangaben bereits angelaufen. Hunderte Einsatzkräfte kämpften in der Nacht darum, die Dämme an der Donau zu halten.

Für Bitterfeld in Sachsen-Anhalt bestand auch am Vormittag noch akute Gefahr - zwei Deichsprengungen hatten nicht die erhoffte Entspannung gebracht. Das Gebiet sollte am Donnerstag noch einmal überflogen werden, um über das weitere Vorgehen zu entscheiden. Auch in der Stadt Halle sei die Situation an der Saale weiter ernst, aber stabil, sagte ein Sprecher des Krisenstabs. Teile der Altstadt wurden bereits überschwemmt und Häuser geräumt. Am späten Abend war die Saale am Pegel Halle-Trotha zunächst leicht gestiegen. Bis zum Morgen sei das Wasser wieder auf einen Stand von 7,91 Metern zurückgegangen.

Entlang der Elbe verschärft sich die Situation. Die Scheitelwelle des Flusses rollt aus Tschechien an und ist auf dem Weg nach Dresden in Sachsen. Dort wird der Scheitel der Elbe bereits für den Mittag erwartet. Der Pegelstand der Jahrhundertflut von 2002 wird dabei wohl nicht übertroffen. Am Vormittag wurden in Dresden 8,75 Meter gemessen, normal sind knapp zwei Meter.

In Brandenburg stieg der Pegelstand der Elbe dagegen zunächst nicht. Allerdings werden die Höchststände an den Pegeln von Elbe, Oder/Neiße und Spree bald erwartet. In Nordbrandenburg etwa soll der Höhepunkt der Flutwelle am Wochenende ankommen.

Auch in Niedersachsen wird vom heutigen Donnerstag an bis zum Wochenende mit einem Anstieg der Elbe gerechnet. Tausende Einsatzkräfte und Anlieger entlang des Flusses bereiten sich bereits auf die kritische Phase vor. Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) will sich zudem zusammen mit seinem Amtskollegen aus Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus (SPD), ein Bild von der Lage in den Hochwassergebieten machen.

Hochwasserwarnungen

Informationen zur Elbe

Mitteilung Innenministerium Brandenburg

Landkreis Prignitz

Informationen der Stadt Meißen

Hochwasservorhersage Sachsen-Anhalt