Montréal (dpa) - Red-Bull-Motorsportdirektor Helmut Marko sieht im Fall des umstrittenen Pirelli-Reifentests eine harte Strafe für Mercedes als zwingend an.

"Wenn dieser Test ohne Konsequenzen durchgewinkt wird, würden alle Verhandlungen über Kostenbegrenzung über Bord gehen. Das wäre die Öffnung von Pandoras Büchse, die wir dann kaum jemals wieder schließen könnten", sagte Marko in einem Interview der offiziellen Formel-1-Internetseite vor dem Großen Preis von Kanada am Sonntag.

Mercedes hatte Mitte Mai in Barcelona drei Tage lang Proberunden für Pirelli gedreht. Weil Testfahrten während der Saison vor allem aus Kostengründen mit wenigen Ausnahmen verboten sind, legten Red Bull und Ferrari Protest ein. Der Weltverband FIA verwies den Fall zur Prüfung an sein Internationales Tribunal.

Für Red Bull ist die Sache klar. "Zuallererst wurde das sportliche Regelwerk gebrochen. Und dann gibt es noch eine Testvereinbarung unter allen Teams - ein Gentlemen's Agreement, das wir noch nicht einmal erwähnt haben und das ebenfalls verletzt wurde", erklärte Marko. Sollte der Test von Mercedes folgenlos bleiben, würden auch Motorenbauer wie Renault auf Zusatztests drängen, warnte der Österreicher.

Marko-Interview