Tripolis (SID) - Der Fußball-Weltverband FIFA hat das für kommenden Freitag geplante WM-Qualifikationsspiel zwischen Libyen und Togo wegen der Unruhen in der libyschen Hafenstadt Bengasi mit Verletzten und Toten vom nahegelegenen Benina in die Hauptstadt Tripolis verlegt. Bei schweren Zusammenstößen zwischen Demonstranten und bewaffneten Milizen waren am Samstag 31 Menschen ums Leben gekommen und weitere 100 verletzt worden.

Am vergangenen Freitag war in Tripolis das erste Länderspiel aus libyschem Boden seit mehr als zwei Jahren ausgetragen worden. Der Gastgeber trennte sich von der Demokratischen Republik Kongo mit 0:0.

Trainiert wird die Auswahl Togos vom ehemaligen Stuttgarter Bundesliga-Profi Didier Six (58). Die französische Botschaft hatte Six per Brief wissen lassen, dass sie für seine Sicherheit und die des Teams nicht garantieren könne. Libyen hatte im vergangenen Jahr das Heimspiel gegen Kamerun bereits in Sfax in Tunesien ausgetragen.

Die Spieler Togos sind noch von dem Vorfall von vor knapp dreieinhalb Jahren traumatisiert, als vor der WM 2010 bei einer Reise zu einem Spiel in Angola der Bus von Rebellen beschossen wurde und zwei Spieler starben. "Wie wollen Sie bei Maschinengewehrfeuer in der Nacht oder beim Training ein WM-Qualifikationsspiel vorbereiten?", fragte Togos Kapitän Alaixys Romao von Olympique Marseille rhetorisch. Der Mittelfeldspieler weigerte sich, wegen der Sicherheitsbedenken für sein Land aufzulaufen. Er kündigte via Twitter seine Rückkehr nach Frankreich an.

Libyen führt die Qualifikationsgruppe I mit 6 Punkten an. Togo ist mit vier Punkten Letzter in der Vierergruppe. Die zehn Gruppensieger spielen in Afrika im K.o.-System (Hin- und Rückspiel) die fünf WM-Teilnehmer aus.