Stuttgart (dpa) - Zwei Tage nach Sebastian Vettels Sieg in Kanada haben Spekulationen um eine Vertragsverlängerung des Formel-1-Weltmeisters für Wirbel gesorgt.

Der Dreifach-Champion wolle nun bis 2015 und damit noch ein Jahr länger als bisher vereinbart bei Red Bull bleiben, berichtete die "Sport Bild". Vettel wollte sich dazu nicht konkret äußern, sein Team verwies lediglich auf den ohnehin noch bis Ende kommender Saison laufenden Kontrakt.

Beide Seiten hatten zuletzt aber mehrfach signalisiert, die Zusammenarbeit auch längerfristig fortsetzen zu wollen. "Im Moment fühle ich mich sehr wohl und kann mir nicht vorstellen, irgendwann woanders zu fahren", hatte Vettel erst Anfang des Monats der "Welt am Sonntag" gesagt. Es ist daher nicht die erste Meldung über eine mögliche Vertragsverlängerung des Heppenheimers. Der 25-Jährige aber blockt solche Spekulationen für gewöhnlich ab. "Über Verträge rede ich nicht", zitierte ihn nun auch die "Sport Bild".

Ein Verbleib beim Team des österreichischen Brausekonzerns würde aus seiner Sicht jedoch Sinn machen. Auch in dieser Saison hat der Branchenführer Vettel wohl das beste Auto im Feld gebaut. Der Deutsche führt nach sieben Saisonrennen die WM klar an und ist auf dem besten Weg zu seinem vierten Titel in Serie. "Das Auto ist schnell, das Team ist gut - ich sehe derzeit keinen Grund, dort weg zu gehen", hatte Vettel jüngst gesagt.

Ganz anders sähe es dagegen bei Ferrari aus, auch wenn immer wieder Gerüchte über einen Transfer des Titelverteidigers zur Scuderia die Runde machen. Dort allerdings träfe Vettel auf seinen Erzrivalen Fernando Alonso, der einen Rentenvertrag bei Ferrari hat und das Team inzwischen auf sich zugeschnitten hat - keine wirklich verlockende Perspektive.

Auch ein Wechsel zu Mercedes ist zeitnah eher unwahrscheinlich. Zu unsicher sind immer noch die sportlichen Aussichten des Werksteams. Und mit Lewis Hamilton hat der Rennstall gerade erst einen teuren Platzhirschen verpflichtet. "Ich war auch überrascht, als ich das gelesen habe. Das ist wirklich witzig", hatte Vettel vor einigen Wochen in Barcelona die Meldungen über Verhandlungen mit Mercedes süffisant kommentiert.

Bei Red Bull dagegen weiß Vettel, was er hat. Seinen knorrigen Teamkollegen Mark Webber hat er fest im Griff. Die Überholaffäre von Malaysia, als er dem Australier den Sieg klaute, hat ihn intern nur noch stärker gemacht. Webber wird wohl am Saisonende gehen. Sein Nachfolger wird sich Vettel unterordnen müssen.

Der Weltmeister ist bei Red Bull die klare Nummer 1. "Wenn Sebastian morgen aufhören und nichts anderes mehr in seiner Karriere machen würde, müsste er dennoch als einer der Besten gesehen werden", sagte Teamchef Christian Horner vor Saisonstart. Ans Aufhören aber denkt Vettel wohl noch lange nicht.