München (dpa) - Die mutmaßlichen Neonazi-Terroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt haben nach einer Zeugenaussage bei der Übergabe einer Waffe Andeutungen über einen möglichen Anschlag gemacht. Das berichtete der Angeklagte Carsten S. in der Verhandlung vor dem Oberlandesgericht München. 

Bei dem Treffen hätten Böhnhardt und Mundlos ihm erzählt, sie hätten "in Nürnberg in irgendeinem Laden eine Taschenlampe hingestellt". Er habe nicht gewusst, was sie damit meinen, sagte Carsten S. "Dann kam Frau Zschäpe, und sie sagten "psst", damit Frau Zschäpe das nicht mitbekommt."

Damit könnte seine Aussage die Hauptangeklagte Beate Zschäpe entlasten. Den Mitangeklagten Ralf Wohlleben belastete S. hingegen: Dieser habe ihm erzählt, dass die Drei jemanden angeschossen hätten. Auch habe Wohlleben nach einer Schlägerei gesagt, er sei einem Gegner "auf dem Gesicht rumgesprungen". 

Carsten S. ist wegen Beihilfe zu neun Morden angeklagt. Er hatte die Pistole mit Schalldämpfer besorgt, mit der vermutlich neun Geschäftsleute ausländischer Herkunft ermordet wurden.

Pressemitteilung zur Anklageerhebung