München (dpa) - Im NSU-Prozess vor dem Münchner Oberlandesgericht wird heute voraussichtlich die Vernehmung des Angeklagten Carsten S. fortgesetzt.

Dessen Befragung war vergangene Woche auf Wunsch seiner Verteidiger unterbrochen worden, weil der zuständige psychiatrische Gutachter nicht anwesend war. Der Experte soll nun im Gerichtssaal dabei sei.

Carsten S. hatte gestanden, eine Waffe für die mutmaßlichen Neonazi-Terroristen Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe gekauft zu haben. Er räumte ein, die Pistole mit Schalldämpfer besorgt zu haben - mit einer solchen Waffe der Marke "Ceska" wurden neun Geschäftsleute ausländischer Herkunft ermordet. Dass die Pistole für Morde benutzt werden könnte, habe er aber nie geglaubt, sagte Carsten S.

S. belastet mit seiner Aussage auch den Mitangeklagten Ralf Wohlleben, der wie er wegen Beihilfe zum Mord vor Gericht steht. S. soll die Waffe damals im Auftrag Wohllebens besorgt haben. Mit Spannung erwartet wird deshalb seine Befragung durch Wohllebens Verteidiger.

Mitteilung zur Anklageerhebung