Brüssel (SID) - Lance Armstrongs früherer Teamdirektor Johan Bruyneel hat sich erstmals seit Monaten öffentlich geäußert. In einem Gespräch mit dem belgischen Wochenmagazin Humo ging der 48-Jährige jedoch nicht inhaltlich auf die gegen ihn im USADA-Bericht erwähnten Anschuldigungen ein. Dies hätten ihm seine Anwälte untersagt, sagte Bruyneel. "Ich würde mich gerne äußern, aber das laufende Verfahren macht es unmöglich. Ich kann nur sagen: Ich bin nicht der Teufel. Die Öffentlichkeit denkt das vielleicht."

Der frühere Boss der Radteams US Postal und Radio Shack war im Zusammenhang mit den Ermittlungen der US-Anti-Doping-Agentur im Fall Armstrong lebenslang gesperrt worden. Bruyneel hat die Sperre bisher nicht akzeptiert, eine Anhörung vor einem USADA-Schiedsgericht steht nach wie vor aus. Im Dossier der USADA war Bruyneel als Schlüsselfigur des Dopingsystems um Armstrong beschrieben worden.

In dem Magazininterview widerlegte Bruyneel dies nicht umfassend, sondern bestritt nur, dass er die Gesundheit seiner Fahrer gefährdet habe. "Diese Vorwürfe treffen mich sehr, und wenn meine Mutter mich in Tränen aufgelöst anruft, weil sie etwas Schlechtes über mich gelesen hat, dann bricht es mir das Herz. Ich kann jedem in die Augen sehen, ich habe nie die Gesundheit von jemandem riskiert."

Zudem machte für die Aufdeckung des Skandals das Comeback von Armstrong im Jahr 2009 und dessen Streit mit Ex-Teamkollege Floyd Landis ein Jahr später verantwortlich. "Wenn Armstrong nicht zurückgekommen wäre und wenn ich Landis wieder in die Mannschaft genommen hätte, wäre all das niemals passiert. Ich bin zu 200 Prozent davon überzeugt." Bruyneel hatte Armstrong bei dessen inzwischen aberkannten sieben Tour-de-France-Titeln stets als Teamchef begleitet.