Hamburg (SID) - Segel-Legende Jochen Schümann (59) hat erneut die Entwicklung beim America's Cup hart kritisiert. "Nach wie vor sind natürlich die besten Leute auf den Schiffen, aber selbst die beherrschen die Boote noch nicht. Man muss wirklich gespannt sein, wie sich der Wettkampf vollzieht, wenn die Boote nicht mehr testen, sondern direkt gegeneinander segeln", sagte der zweifache Gewinner der Traditionsveranstaltung im Morgenmagazin des ZDF. Die Entwicklung von Booten mit einem Rumpf hin zu Katamaranen hält Schümann nach dem tragischen Unfalltod des britischen Olympiasiegers Andrew Simpson für bedenklich.

Laut Schümann befinde sich der Cup "in einer neuen Ära, aber scheinbar in einer schlechteren als zuvor", sagte der dreimalige Olympiasieger. "Viel schlimmer" sei aber, dass kein deutsches Team beim diesjährigen 34. America's Cup vor San Francisco teilnehmen und sich insgesamt auch nur drei Teams der Herausforderung stellen. Zuletzt hatte Schümann das Rennen als "Schmalspur-Cup" bezeichnet: "Zu teuer, zu extrem, nicht ausgereift und gefährlich."

Vor einem Monat war Simpson beim Training ertrunken, nachdem der AC72-Katamaran seines schwedischen Artemis-Teams gekentert und auseinandergebrochen war. Trotzdem hatten die Veranstalter angekündigt, die Regatta im Sommer wie geplant stattfinden zu lassen.