Nürnberg (SID) - Julia Görges ist ihrer Fed-Cup-Kollegin Annika Beck ins Achtelfinale des neuen WTA-Turniers in Nürnberg gefolgt. Die an Position vier gesetzte Görges setzte sich in ihrem Auftaktmatch ungeachtet einer dreimaligen Regenunterbrechung mit 6:4, 7:5 gegen Alexandra Cadantu (Rumänien) durch. Im zweiten Durchgang musste die deutsche Nummer vier beim Stand von 4:5 allerdings zwei Satzbälle abwehren.

Nach 1:41 Stunden verwandelte die 24-Jährige aus Bad Oldesloe dann ihren ersten Matchball mit einem Servicewinner. Zuvor hatte die 19-jähige Beck (Bonn/Nr. 8) mühelos mit 6:2, 6:2 gegen die Russin Nina Bratschikowa gewonnen.

Die Weltranglisten-36. Görges trifft nun am Mittwoch in der Runde der letzten 16 entweder auf ihre Freundin Andrea Petkovic (Darmstadt) oder die Schwedin Sofia Arvidsson. Beck, French-Open-Juniorensiegerin von 2012, spielt gegen Dinah Pfizenmaier (Bochum) oder die Italienerin Karin Knapp.

Rund zwei Wochen nach ihrem Erstrunden-Aus bei den French Open in Paris zeigte Görges bei dem mit insgesamt 179.575 Euro dotierten Sandplatzturnier am Valznerweiher aufsteigende Form. Die zuletzt an einer Handgelenkverletzung laborierende Deutsche holte einen 1:3-Rückstand auf und gewann gerade noch vor einer knapp zweistündigen Regenunterbrechung den Auftaktdurchgang. Das entscheidende Break im zweiten Satz gelang ihr zum 6:5.

Görges wird in dieser Saison immer wieder von gesundheitlichen Problemen geplagt und hat Verletzungspech. Im laufenden Jahr hat die Stuttgart-Siegerin von 2011 14 ihrer 29 Spiele gewonnen und damit noch eine negative Matchbilanz. Beck wurde ihrer Favoritenrolle gerecht und beeindruckte die Zuschauer mit ihren druckvollen Grundlinienschlägen. "Ich habe mich sehr wohl gefühlt. Aber beim Aufschlag hat der Rhythmus nicht gestimmt", sagte die Nummer 56 des Rankings.

Das Nürnberger Turnier wird in diesem Jahr zum ersten Mal ausgerichtet und ist neben Stuttgart das zweite deutsche Tournament im WTA-Kalender. Zu Hochzeiten des Tennis-Booms gab es in einer Saison sogar sechs WTA-Turniere in Deutschland. Außer beim Grand Prix in Filderstadt spielten die Damen auch in Hamburg, Berlin, Leipzig, München und Hannover.

WTA-Präsidentin Stacey Allaster ist hocherfreut über die Nürnberger Initiative. "Ich bin begeistert. Europa ist ein wichtiger Markt, auf dem wir auch sehr stark sind. Von dort kommen die besten Spielerinnen. Deutschland spielt zweifellos eine Schlüsselrolle, weil es hier immer mehr gute Profis gibt", hatte Allaster jüngst erklärt.