Halle/Westfalen (dpa) - Cedrik-Marcel Stebe wusste, was für ihn auf dem Spiel stand. "Ich habe mir das Tableau natürlich angeschaut", gestand der 22-Jährige nach seinem Erstrundensieg in Halle gegen den Taiwaner Jimmy Wang.

Ein Achtelfinal-Duell mit Topfavorit Roger Federer am Mittwoch war der Preis für das klare 6:2, 6:4 gegen den Qualifikanten. "Es war nicht einfach, sich da auf das Spiel zu konzentrieren", sagte Stebe.

Doch dem Tennisprofi aus Vaihingen/Enz gelang die Fokussierung auf das Wesentliche in ähnlich überzeugender Manier wie kurz zuvor Tobias Kamke. Der Lübecker bezwang den Polen Lukasz Kubot ebenso deutlich mit 6:4, 6:0, so dass mindestens fünf Deutsche bei den Gerry Weber Open im Achtelfinale stehen. Philipp Kohlschreiber steht am Abend noch gegen den Argentinier Carlos Berlocq auf dem Centre Court.

Dort wird am Mittwoch auch Stebe gegen den fünfmaligen Halle-Champion Federer spielen. "Ich hoffe, dass ich eine gute Leistung abrufen kann und ein bisschen Spaß haben werde", sagte die Nummer 166 der Welt. Es wird sein erstes Match gegen den 17-maligen Grand-Slam-Turnier-Sieger auf der Tour sein, dennoch kennt er Federer recht gut. "Wir haben im vergangenen Jahr einmal eine Woche zusammen in Dubai trainiert", berichtete Stebe. "Das hat mich weitergebracht, mir aber auch meine Grenzen aufgezeigt."

Nach einigen Verletzungen im vergangenen Jahr gibt Stebe das Duell mit Federer, für den Schwaben "der beste Spieler aller Zeiten", aber einen gewaltigen Schub. "Ich weiß, dass ich ein guter Spieler werden kann", sagte Stebe, der das nun auch gegen sein Vorbild zeigen will.

Philipp Petzschner musste dagegen wieder einmal einen Rückschlag hinnehmen. Der 29-Jährige konnte zu seiner Erstrundenpartie gegen den an Nummer sieben gesetzten Polen Jerzy Janowicz wegen erneuter Schulterprobleme nicht antreten. "Als ich heute Morgen aufgestanden bin, war die Schulter plötzlich wieder geschwollen", sagte Petzschner, der am Montagabend zusammen mit seinem Doppel-Partner Jürgen Melzer aus Österreich noch das Duo Roger Federer/Tommy Haas ausgeschaltet hatte.

Wegen einer Schultereckgelenkssprengung hatte der Bayreuther bereits in den vergangenen Wochen pausieren müssen. In Halle will Petzschner aber probieren, zumindest im Doppel weiter dabei zu sein. "Ich werde alles versuchen, dass ich bis Donnerstag spielfähig bin", meinte der Franke.

Kamke knüpfte gegen Kubot an seine zuletzt guten Leistungen an und ließ der Nummer 119 der Welt im Schatten des Centre Courts keine Chance. Nur im ersten Satz musste der Lübecker etwas kämpfen. Nachdem er den ersten Durchgang mit dem vierten Satzball aber für sich entschieden hatte, war der Widerstand des Polen gebrochen.

Das Aus kam dagegen für Jan-Lennard Struff. Der Lokalmatador verlor gegen den Argentinier Leonardo Mayer mit 6:7 (4:7), 4:6. In Milos Raonic schied zudem der erste Mitfavorit aus. Gegen den Franzosen Gael Monfils unterlag der Aufschlagriese aus Kanada mit 4:6, 2:6.

Tableau