Tokio (dpa) - Die japanische Zentralbank hat sich gegen weitere Schritte zur Eindämmung der jüngsten Schwankungen am Anleihemarkt entschieden.

Die Bank of Japan (BoJ) beschloss nach Abschluss zweitägiger Beratungen, ihren Kurs der extrem lockeren Geldpolitik vorerst unverändert fortzusetzen. In Finanzmarktkreisen war im Vorfeld der BoJ-Sitzung angesichts der in jüngster Zeit gestiegenen langfristigen Zinsen darüber spekuliert worden, dass die japanische Zentralbank den heimischen Bankinstituten Liquidität für einen noch längeren Zeitraum als bisher zur Verfügung stellen könnte.

Innerhalb der BoJ war überlegt worden, die Laufzeit von Krediten, die die Notenbank in speziellen Geschäften an die Geschäftsbanken ausgibt, von einem auf zwei Jahre zu verdoppeln. Die Idee dahinter war, sicherzustellen, dass die Banken genügend Liquidität zum Aufkauf von Staatsanleihen haben, um so einen plötzlichen Anstieg der Zinsen zu verhindern. Derweil hob die BoJ ihre Einschätzung der Wirtschaft im sechsten Monat in Folge an. Die Wirtschaft "legt zu", so die BoJ. Im Mai hatte es noch geheißen, die Wirtschaft beginne, zuzulegen.