Berlin (dpa) - Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) schlägt nur rot-grün regierte Länder für die Aufnahme der noch verbleibenden 26 Castor-Behälter aus der Wiederaufarbeitung im Ausland vor.

Das geht aus der Vorlage für das Spitzentreffen der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) heute vor, die der Deutschen Presse-Agentur und NDR 1 Niedersachsen vorliegt.

Damit könnte die Verabschiedung des Gesetzes für eine bundesweite neue Atommüll-Endlagersuche noch vor der Bundestagswahl scheitern. SPD und Grüne hatten indirekt gefordert, dass auch von Union und FDP regierte Länder Lasten tragen müssen - im Zuge des Neustarts soll der Atommüll nicht mehr in das Zwischenlager Gorleben, um keine weiteren Fakten für ein Endlager im nahen Salzstock zu schaffen.

Altmaier schlägt als drittes notwendiges Zwischenlager neben Brunsbüttel (Schleswig-Holstein) und Philippsburg (Baden-Württemberg) Brokdorf (Schleswig-Holstein) und Unterweser (Niedersachsen) vor. Lubim im rot-schwarz regierten Mecklenburg-Vorpommern wird mit nur drei Stellplätzen als Außenseiter genannt.

Die Zwischenlager im von Union und FDP regierten Bayern und Hessen werden wegen zu langer Distanzen beim Transport der an der Küste aus dem britischen Sellafield ankommenden Behälter in der Vorlage ausgeklammert. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) schloss in der "Süddeutschen Zeitung" einen Transport nach Unterweser als Alternative für Gorleben kategorisch aus. Auch Schleswig-Holstein will über Brunsbüttel hinaus, wo 10 bis 14 Castoren hinkönnten, keine weiteren Lasten tragen.