München (dpa) - BA-Chef Frank-Jürgen Weise sieht den Arbeitsmarkt in Deutschland auseinanderdriften. "Wir haben die Tendenz zu einer zunehmenden Lohnungleichheit", sagte der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA) der "Süddeutschen Zeitung".

Der Unterschied "zwischen oben und unten" wachse. Wer heute im Geschäftsleben bei der Entwicklung und Produktion von Produkten bestehen könne, der habe eine gute Schulausbildung, bilde sich weiter und habe in der Regel ein gutes Einkommen. Wer nicht mithalten könne, für den blieben, wenn überhaupt, nur niedrig bezahlte Jobs.

Weise sprach sich für von Arbeitgebern und Gewerkschaftern ausgehandelte, differenzierte Lohnuntergrenzen aus. Wenn diese "moderat und nach Branchen und Regionen unterschiedlich sind, muss dies keine Arbeitsplätze kosten", erklärte er. In den neuen Mindestlöhnen im Friseurhandwerk sieht er einen guten Einstieg.

Befristete Jobs für junge Leute bezeichnete Weise als "wirklich problematisch". "Wenn man Familie haben, ein Auto kaufen, einen Kredit für die Wohnung haben will, gehört dazu Berechenbarkeit auf der Einkommensseite", betonte er in der Zeitung.