Heidelberg (dpa) - Die Energiewende und die damit stark steigenden Stromkosten in Deutschland bereiten HeidelbergCement Sorgen. Trotz der gut laufenden Geschäfte will der im Dax notierte Baustoffkonzern neue Produktionskapazitäten unter Umständen nur noch im Ausland aufbauen.

"Energiekosten sind ein wichtiger Standortfaktor. Sind sie zu hoch, findet ein Kapazitätsaufbau nicht in Deutschland statt", sagte Vorstandschef Bernd Scheifele der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Um die Energiekosten zu verringern, plädiert er deshalb dafür, die umstrittene Förderung von Schiefergas (Fracking) in Deutschland ernsthaft zu prüfen. Scheifele rechnet dadurch auch mit einem Boom für die deutsche Wirtschaft.

Energiekosten spielen für den Konzern eine wichtige Rolle, weil HeidelbergCement als Baustoffkonzern zu den energieintensiven Branchen gehört. Momentan zahlt der Konzern trotz staatlicher Ausnahmeregeln auf dem Heimatmarkt höhere Strompreise als in anderen europäischen Ländern - zum Beispiel in Schweden, wo das Unternehmen ein Werk auf der Insel Gotland unterhält. Die Energie koste in Schweden rund 20 Prozent weniger als hierzulande, betonte Scheifele.

Konkurrenz droht aus den USA. Denn vor allem wegen des billigen Schiefergases liegen die Energiekosten in den USA bis zu mehr als ein Drittel niedriger als hierzulande, sagte der Manager.

Er plädiere daher dafür, die wegen ihrer Umweltfolgen umstrittene Förderung von Schiefergas in Deutschland ernsthaft zu prüfen. "Ich persönlich bin davon überzeugt, dass Fracking beherrschbar ist, wenn es von professionellen Firmen gemacht wird." Für die dafür notwendige Infrastruktur würden viele Unternehmen wie etwa Handwerksbetriebe und Baustoffkonzerne gebraucht. "Das schafft Jobs", meinte Scheifele.

UBA-Studie zu Fracking

Stellungnahme Sachverständigenrat