Rio de Janeiro (SID) - Auf den Straßen Brasiliens brennt es, doch der Fußball-Weltverband FIFA bleibt gelassen. "Wir respektieren das Recht der Menschen auf Meinungsfreiheit und haben vollstes Vertrauen in die Behörden. Und die Proteste stehen, soweit wir wissen, nicht in direktem Zusammenhang mit dem Event", sagte FIFA-Sprecher Pekka Odriozola am Samstag in Rio de Janeiro.

OK-Sprecher Saint-Clair Milesi ergänzte: "Alle Umfragen zeigen, dass die große Mehrheit der Bevölkerung hinter der WM und dem Confed Cup steht und besonders die infrastrukturellen Verbesserungen, die sich dadurch ergeben, begrüßen."

Allerdings hatte es neben den teilweise gewaltsamen Protesten wegen der Erhöhung der Preise im öffentlichen Nahverkehr in den vergangenen Tagen auch Proteste gegen die WM gegeben. In der Hauptstadt Brasília, wo am Samstag das Eröffnungsspiel zwischen Brasilien und Japan stattfand, demonstrierten zuletzt rund 200 Menschen vor dem Nationalstadion gegen die "WM der Reichen". Am Samstag fanden sich wenige Stunden vor dem Spiel laut Angaben der Organisatoren 1000 Demonstranten (laut Polizei 500) am Stadion ein, um erneut gegen die Fahrpreise zu protestieren.

Außerdem wird für Sonntag in Rio eine weitere Kundgebung gegen die Sportveranstaltungen am Maracanã-Stadion erwartet, in dem an diesem Tag Mexiko und Italien aufeinandertreffen.

Das Fußball-Fieber der breiten Masse ist indes ungebrochen. Wie die FIFA mitteilte, waren vor dem Eröffnungsspiel bereits 741.000 Eintrittskarten für die 16 Spiele verkauft. Publikumsmagnet ist die heimische Seleção. Die drei Gruppenspiele der Mannschaft von Trainer Luiz Felipe Scolari sind ausverkauft. Auch für das Endspiel am 30. Juni im Maracanã gibt es keine Karten mehr, ebensowenig für das Duell dort zwischen Mexiko und Italien am Sonntag sowie für die Begegnung Spanien-Uruguay am Sonntag in Recife.

Insgesamt stehen noch etwas mehr als 120.000 Tickets zur Verfügung. Besonders Nigeria erweist sich als Kassengift. Für die Begegnung des Afrikameisters am Montag in Belo Horizonte gegen Tahiti gibt es noch 36.000 Karten, für das Duell mit Uruguay am 20. Juni in Salvador können noch 20.000 Tickets gekauft werden.