London (dpa) - Der britische Premier David Cameron macht weiter Druck im Kampf gegen Steuerschlupflöcher für Großkonzerne. In einem Interview der Zeitung "The Guardian" kündigte Cameron ein Ende der "aggressiven" Steuervermeidung an, durch die dem Fiskus Millionen an möglichen Steuereinnahmen entgehen.

Seine Regierung wolle ein neues Zentralregister einführen, in dem die eigentlichen Besitzer von undurchsichtigen Nebenfirmen eingetragen werden. Der konservative Regierungschef versprach ein Ende der Ära von "verschwiegenen Firmen an verschwiegenen Orten" an.

Beim G8-Gipfel unter britischer Präsidentschaft wollen die sieben führenden westlichen Industriestaaten und Russland (G8) am Montag und Dienstag in Nordirland gemeinsame Standards zur Besteuerung internationaler Konzerne ausloten. Cameron trifft sich am Samstag in London mit den Politikern britischer Offshore-Gebiete, um Maßnahmen gegen Steuervermeidung und Steuerflucht zu besprechen.

In dem Interview stellte sich Cameron erneut hinter die US-Sichtweise, dass das Assad-Regime in Syrien Chemiewaffen eingesetzt hat. Großbritannien habe Hinweise darauf, dass das Regime mindestens zweimal Sarin eingesetzt habe. Er sprach in diesem Zusammenhang von einem "Kriegsverbrechen" und bestätigte die Ansicht von US-Präsident Barack Obama, dass dadurch eine "rote Linie" überschritten worden sei. Zu den Hauptthemen des Gipfels in Lough Erne wird auch das weitere Vorgehen in Syrien gehören.