Moskau/Washington (dpa) - Nach der Washingtoner Entscheidung für eine militärische Unterstützung der Rebellen in Syrien hat Russland die USA vor einer Eskalation in der Region gewarnt.

"Die Vorwürfe an die Führung in Damaskus, dass sie Chemiewaffen eingesetzt haben soll, sind nicht mit glaubwürdigen Tatsachen belegt", teilte das Außenamt in Moskau am Freitag mit.

Demnach hat Außenminister Sergej Lawrow am Freitag mit seinem US-Kollegen John Kerry telefoniert und dazu aufgerufen, alles für die Einberufung der gemeinsam geplanten Syrien-Friedenskonferenz in Genf zu tun. Russland ist ein enger Partner des Assad-Regimes.

Die US-Regierung bekräftigte unterdessen, dass es "eine ganze Reihe von Beweisen" für mehrere Giftgas-Attacken durch das Regime von Präsident Baschar-al-Assad habe. Die USA gingen mit "hoher Sicherheit" davon aus, dass Sarin-Gas eingesetzt worden sei, sagte der stellvertretende nationale Sicherheitsberater Ben Rhodes am Freitag.

Das Weiße Haus hatte am Vortag mitgeteilt, dass damit die von Präsident Obama angeführte "rote Linie" überschritten worden sei und die USA daher jetzt die Opposition militärisch unterstützen würden. Wie diese Hilfe aussehen wird, ließ Rhodes aber auch am Freitag offen.

Die USA wollen den G8-Gipfel in der kommenden Woche in Nordirland dazu nutzen, um über das weitere Vorgehen zu sprechen. Am Freitag bereiteten Obama und andere Regierungschefs, darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel, in einer Videokonferenz vor. Schwerpunkte des Meinungsaustauschs seien die Lage im syrischen Bürgerkrieg sowie die Entwicklung in Libyen gewesen, teilte eine Regierungssprecherin in Berlin am Freitagabend in Berlin mit.

An der knapp einstündigen Videokonferenz nahmen den Angaben zufolge neben Obama und Merkel der französische Präsident François Hollande, Großbritanniens Premierminister David Cameron und der italienische Ministerpräsident Enrico Letta teil.

Mitteilung