London (SID) - Der Formel-1-Rennstall Mercedes baut in der Reifen-Affäre offenbar auf eine schriftliche Erlaubnis aus den Kreisen des Weltverbandes FIA. Das berichtet die englische Tageszeitung The Guardian im Vorfeld der Anhörung vor dem Internationalen Tribunal am Donnerstag in Paris. Demnach liege den Silberpfeilen eine Email von FIA-Renndirektor Charlie Whiting vor, die den Test Mitte Mai mit Reifenhersteller Pirelli erlaube.

In Barcelona hatten Mercedes und Pirelli nach dem Großen Preis von Spanien drei Tage lang mit einem aktuellen Boliden getestet, das FIA-Reglement verbietet dies grundsätzlich. Mercedes besteht jedoch darauf, dass Pirelli den Test durchgeführt habe. Im Vertrag des Einheitslieferanten ist die Möglichkeit zu 1000-km-Tests auch während der Saison festgehalten, wenn alle Teams diese Möglichkeit erhalten.

Mercedes-Teamchef Ross Brawn hatte schon im Rahmen des Großen Preises von Kanada gesagt, dass Mercedes sich im Recht sehe. "Wir hätten den Pirelli-Test nicht durchgeführt, wenn wir nicht gedacht hätten, dass wir es dürfen. Vor dem Tribunal wird es Antworten geben", sagte Brawn.