Rio de Janeiro (SID) - Der Protest gegen Confed Cup, Fußball-WM und Olympia 2016 nimmt in Brasilien teilweise kreative Züge an. Um gegen die Zwangsumsiedlungen im Zuge der drei großen Sportveranstaltungen zu demonstrieren, haben Aktivisten in Rio de Janeiro am Wochenende ihr eigenes, alternatives Fußballturnier ausgespielt - die "Copa popular", den Cup des Volkes.

Die Fußball-Fans kickten im Stadteil Santo Cristo unweit der Cidade do Samba, wo sich die Samba-Schulen Rios auf den Karneval vorbereiten, auf Betonplätzen. Organisiert wurde die Veranstaltung etwa vier Kilometer nordöstlich des Maracanã-Stadions vom "Comitê Popular Copa e Olimpíadas" in Rio, das den Anteil der Bevölkerung an den "Mega-Events" reklamiert und sich gegen die Vereinnahmung des Sports durch die (Sport-)Politik und Verbände wehrt.

"Der Confed Cup und die WM werden vor allem für Sponsoren und Bauunternehmen veranstaltet. Wir wollten ein Turnier, von dem vor allem die Bevölkerung profitiert", sagte Giselle Tanaka, die dem Komitee angehört. Dieses hat Ableger in Brasília, Fortaleza, São Paulo, Porto Alegre und Recife und macht sich bei der Neugestaltung der Großstädte für Mitspracherecht einfacher Leute und demokratische Prozesse stark. Beim Turnier trugen viele von ihnen T-Shirts mit dem Spruch: "Wir sind keine Invasoren, wir sind Anwohner."

Zudem hatten viele Spieler und Besucher der Veranstaltung rote Mützen auf dem Kopf - wie der Saci. Dieses koboldähnliche Wesen ist eine populäre Figur der brasilianischen Mythologie mit schwarzer Hautfarbe und nur einem Bein. Es raucht gerne Pfeife und kann mit Hilfe seiner magischen rote Kappe jederzeit auftauchen und wieder verschwinden. "Der Saci ist ein Symbol für unseren Widerstand gegen die Auflagen der FIFA", sagte der Aktivist Gustavo Mehl.