Berlin (dpa) - Die Bundesregierung unterstützt den Plan der EU für ein Verbot von Mentholzigaretten. Auf die Abbildung von Schockbildern auf Zigarettenschachteln habe man sich aber noch nicht endgültig festgelegt, sagte der Sprecher des Verbraucherministeriums, Holger Eichele.

Solche Bilder machten nur Sinn, wenn sie die Menschen tatsächlich vom Rauchen abhielten. Das aber müsse die EU-Kommission noch nachweisen.

Die Gesundheits- und Verbraucherminister der EU-Staaten wollen am kommenden Freitag in Luxemburg über die Tabakrichtlinie beraten, die die EU-Kommission Ende 2012 vorgelegt hatte. Die Richtlinie sieht Schockfotos etwa von Raucherlungen oder Mundkrebs sowie großflächige Warnhinweise auf Zigarettenpackungen vor. Geschmackszusätze sollen nur noch dann zulässig sein, wenn sie das Tabakaroma nicht verändern. Sowohl Mentholzigaretten wie auch die bei Frauen beliebten dünnen Slim-Zigaretten würden demnach verboten.

Stoffe wie Menthol dämpften die natürliche Abwehr des Körpers gegen die Inhalation und sprächen deshalb vor allem Jugendliche und Neueinsteiger an, sagte Eichele. Um den Einstieg in das Rauchen zu vermeiden, sollten sie deshalb verboten werden. Der Sprecher bestätigte damit Berichte der Nachrichtenmagazine "Focus" und "Spiegel". Vor einem Verbot der Slim-Zigaretten seien aber noch weitere Untersuchungen erforderlich, sagte er.

Entwurf Tabakrichtlinie der EU, Englisch

Mitteilung EU-Kommission

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