Ratingen (SID) - Der Olympiasechste Rico Freimuth hat zum Auftakt des zweiten Tages die Führung bei der WM-Qualifikation der deutschen Zehnkämpfer in Ratingen übernommen. In 13,85 Sekunden gewann der 26-Jährige aus Halle/Saale die 110 m Hürden und schob sich mit 5373 Punkten an die Spitze. Kai Kazmirek (LG Rhein Wied) fiel auf Platz zwei zurück (5317), dahinter folgten Norman Müller (ebenfalls Halle/5232) und Europameister Pascal Behrenbruch (LG Frankfurt/5174), der als Hürden-Zweiter auf gute 14,17 Sekunden kam.

Da der Rückenwind im Lauf der Asse mit 0,9 m/Sekunde wehte, war bereits klar, dass die Resultate mit Ausnahme des Ergebnisses von Behrenbruch nicht bestenlistenreif sind und Probleme hinsichtlich der Nominierung schaffen könnten. Denn in der Addition der drei Disziplinen, bei denen der Wind eine Rolle spielt (100 m, Weitsprung, 110 m Hürden) darf der Maximalwert nur 6,0 betragen.

Bei den 100 m hatten alle einen starken Rückenwind von 5,4 m/Sekunde. Im Weitsprung gab es nur bei Behrenbruchs bestem Sprung von 6,94 m Gegenwind (0,5 m). Somit kam der Europameister inklusive Hürden (0,9) auf 5,8 und blieb innerhalb der Toleranzgrenze 6,0. Mit ihrem weitesten Sprung überschritten die anderen alle diesen Wert: Freimuth mit 6,8, Kazmirek mit 6,5, Müller mit 9,2, Hechler mit 9,7 und Knobel mit 7,3. Neben Behrenbruch hatte nur Müller in seiner Serie noch einen Sprung mit Gegenwind: Dieser betrug bei seinen 7,12 m sogar 3,2 m. Allerdings würde er für diese Leistung 98 Punkte weniger erhalten als für seine beste Weite von 7,52 m.

Thomas Kurschilgen, Sportdirektor im Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) hatte am Samstag deutlich gemacht: "Wir gehen erst einmal davon aus, dass wir die WM-Nominierung auf der Grundlage der Ratinger Ergebnisse vornehmen." Doch nachträgliche Probleme sind nicht ausgeschlossen.