Almere (SID) - Mit einer bewegenden Trauerfeier hat der niederländische Volleyballbund (Nevobo) am Samstagabend in Almere Abschied von Rekordnationalspielerin Ingrid Visser und ihrem Lebensgefährten, dem ehemaligen Teammanager Lodewijk Severein genommen, die im Mai in Spanien ermordet worden waren. Unter den Anwesenden waren die komplette aktuelle Frauen-Nationalmannschaft sowie viele weitere ehemaligen und aktuelle Nationalspielern.

In der Halle hingen Trikots mit der Nummer 15, die Visser als Oranje-Kapitänin trug. "Im niederländischen Frauenteam wird nie mehr jemand mit der Nummer 15 spielen", sagte Verbandsvorsitzender Hans Nieukerke in seiner Ansprache. Die Nummer 15 gehöre für immer zu Ingrid Visser. Das internationale Beachvolleyball-Turnier in Scheveningen war für die Dauer der Trauerfeier für eine Stunde unterbrochen worden. Visser und Severein waren bereits am vergangenen Mittwoch in den Niederlanden im engsten Familienkreis beigesetzt worden.

Unterdessen hat in Murcia ein Richter die Untersuchungshaft der drei tatverdächtigen Personen, ein Spanier und zwei Rumänen, verlängert. Die Polizei hat die Ermittlungen zur Geheimsache erklärt. Nach einem Bericht der spanischen Tageszeitung El Pais wollte das ermordete Paar in der Nähe von Murcia vom ehemaligen Sportdirektor des Volleyballklubs CAV Murcia 2005, Juan Cuenca, für 300.000 Euro einen Marmorsteinbruch kaufen.

Cuenca hatte sich als Alleineigentümer angegeben, was jedoch nicht stimmte. Für das Geschäft soll er Visser und Severein in ein angemietetes Ferienhaus gelockt und durch die beiden Rumänen als Auftragskiller ermordet haben lassen.