Moskau (dpa) - Solidarität mit einem umstrittenen Startänzer: Vor dem Moskauer Bolschoi Theater haben Anhänger des Ballettpädagogen Nikolai Ziskaridse (39) für dessen Weiterbeschäftigung demonstriert.

Dass der Ende Juni auslaufende Vertrag des Solisten nicht verlängert werde, sei eine Schande, sagte die Organisatorin der Kundgebung, Olga Marzinkewitsch, am Samstag der Agentur Interfax. "Ziskaridse - Stolz der russischen Kultur", hieß es etwa auf Plakaten.

Die Theaterführung hatte unlängst mitgeteilt, dass Ziskaridse das Bolschoi nach jahrelangem Streit verlassen müsse. Er gilt auch als Gegner von Ballettchef Sergej Filin, der nach einem Säureattentat Mitte Januar derzeit in Aachen an den Augen operiert wird. Der Kriminalfall an Russlands größtem Theater hatte in der Kulturwelt für Entsetzen gesorgt. Die Polizei nahm drei mutmaßliche Täter fest.

Die Proteste seien nicht von Ziskaridse initiiert worden, sagte Marzinkewitsch. "Wir fordern, dass sein Vertrag um fünf Jahre verlängert wird." Die Teilnehmer verfassten auch einen Brief an Kulturminister Wladimir Medinski. Ziskaridse war 1992 an den Musentempel gewechselt. Der Tänzer hatte der Bolschoi-Führung Unregelmäßigkeiten bei der Renovierung des Theaters sowie Druck auf die Künstler vorgeworfen. Dafür war er mehrmals abgemahnt worden.

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