Tel Aviv (dpa) - Israel fordert ungeachtet des Wahlsiegs des gemäßigten Kandidaten Hassan Ruhani im Iran, den internationalen Druck auf Teheran aufrechtzuerhalten.

Die Sanktionen müssten weiter verschärft werden, sagte der Minister für strategische Angelegenheiten, Juval Steinitz. Eine glaubhafte Drohung mit militärischen Schritten und eine klare "rote Linie" im Atomstreit mit Teheran seien weiterhin notwendig. Ruhani, der Kandidat des iranischen Reformlagers, hatte die Wahl mit 50,7 Prozent der Stimmen gleich im ersten Durchgang gewonnen.

Solange es vor Ort noch keinen echten Wandel gebe, müsse man davon ausgehen, dass Teheran weiter am Bau einer Atombombe arbeite, sagte Steinitz. Er warnte davor, "zu früh zu feiern". Ruhani sei zwar der moderateste unten den Kandidaten, aber keinesfalls eine gemäßigte Figur. Die internationale Gemeinschaft dürfe sich keinen Illusionen hingeben, sagte er. Teheran werde in sehr kurzer Zeit in der Lage sein, eine Atombombe zu bauen.

Die Wahlergebnisse zeigten zwar den Willen des iranischen Volkes zum Wandel, sagte Steinitz. Die iranische Außen-, Sicherheits- und Atompolitik bestimme jedoch weiterhin der oberste Führer, Ajatollah Ali Chamenei. Dessen harte Positionen seien weithin bekannt.

Israel und der Westen verdächtigen den Iran, unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms nukleare Waffen zu entwickeln. Die Führung in Teheran bestreitet dies.

Webseite des israelischen Außenministeriums