Amman/Damaskus (dpa) - Kein westlicher Staat will seine Soldaten in den syrischen Treibsand schicken. Deshalb bemühen sich die USA, diejenigen Rebellenbrigaden zu stärken, die keine islamistische Agenda haben.

In Jordanien will die US-Armee mehr als 5000 Kämpfer der Freien Syrischen Armee (FSA) an modernen Waffensystemen ausbilden.

Jordanische Militärs erklärten am Samstag, das seit dem vergangenen Jahr laufende Ausbildungsprogramm sei zuletzt erheblich ausgeweitet worden. Anfangs habe man den Rebellen nur beigebracht, wie man chemische Waffen entdecke und sichere. Inzwischen lernten sie auch, wie man Luftabwehrwaffen und panzerbrechende Raketen bediene.

Die Rebellen sollten damit in die Lage versetzt werden, selbst eine "Flugverbotszone" und "Pufferzonen" entlang der jordanisch-syrischen Grenze zu verteidigen, sagte ein jordanischer Armeeangehöriger. Im Zusammenhang mit dieser Strategie dürfte auch die Stationierung von F-16-Kampfjets und Patriot-Luftabwehrraketen in Jordanien zu sehen sein. Aus dem Pentagon hatte es am vergangenen Wochenende geheißen, man habe nach einem internationalen Manöver in Jordanien auf jordanischen Wunsch hin beschlossen, einige Kampfflugzeuge und Patriot-Raketen in dem Wüstenstaat zu belassen.

Damit würden die Patriot-Staffeln zu einer Art zweitem Verteidigungswall. Über ähnliche Szenarien an der syrisch-türkischen Grenze wurde bislang nichts bekannt. In der Türkei sind Patriot-Luftabwehr-Staffeln aus Deutschland, den Niederlanden und den USA stationiert. Ihre Aufgabe ist es, mögliche Angriffe aus Syrien auf türkisches Staatsgebiet zu verhindern.

Nach Angaben eines jordanischen Militärs hat Washington, um das Ausbildungsprogramm für die FSA auszuweiten, in der vergangenen Woche rund 2000 zusätzliche Berater und Ausbilder nach Jordanien geschickt. Das Weiße Haus hatte zu einem Bericht der "Los Angeles Times" über die militärische Ausbildung von Rebellen durch das US-Militär in Jordanien am Freitag nur erklärt: "Wir haben unsere Unterstützung verstärkt." Der jordanische Regierungssprecher Mohammed al-Momani wies den Bericht auf Anfrage lokaler Medien gar als falsch zurück.

Ein FSA-Kommandeur aus der Provinz Daraa, der 100 Kämpfer zu dem Training nach Jordanien geschickt hatte, sagte, die Waffen, an denen sie nun ausgebildet worden seien, hätten Daraa noch nicht erreicht. Heftige Angriffe mit Artillerie und Kampfflugzeugen meldeten die Rebellen am Samstag aus dem Viertel Al-Kabun in Damaskus.

Waffen bekommen die Rebellen auch aus sunnitischen Staaten. Darunter sind nach Informationen der "New York Times" Waffen aus Beständen des gestürzten libyschen Regimes von Muammar al-Gaddafi. Viele dieser Waffen, die jetzt gegen die von Russland ausgerüsteten syrischen Regierungstruppen eingesetzt würden, seien ursprünglich von Russland an Libyen geliefert worden.

Als Reaktion auf die Preissteigerungen der letzten Monate beschloss der syrische Präsident Baschar al-Assad, die Bezüge der Soldaten und Beamten zu erhöhen. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete am Samstag, auch die Pensionen sollten steigen. Das syrische Pfund hat durch den Bürgerkrieg drastisch an Wert verloren. Benzin, Gas und Nahrungsmittel wurden gleichzeitig teurer.

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Sana, arabisch