Le Mans (SID) - Der Tod des dänischen Rennfahrers Allan Simonsen hat die 24 Stunden von Le Mans überschattet. Der 34 Jahre alte Aston-Martin-Pilot erlag am Samstag in der Krankenstation den Folgen eines schweren Unfalls in der vierten Runde. Das bestätigten die Organisatoren des traditionsreichen Langstreckenrennens am Samstagabend.

Simonsens Aston Martin Vantage V8 war um 15.09 Uhr, nur neun Minuten nach dem Start, auf leicht feuchter Strecke in der schnellen Tertre-Rouge-Kurve hart in die Leitplanken geprallt, der Führende der GT-AM-Klasse wurde umgehend ins medizinische Zentrum an der Strecke gebracht. Dort starb der Familienvater wenig später, der Rennstall benachrichtigte die Angehörigen. Die Organisatoren bestätigten den tragischen Tod um 18.00 Uhr auf der offiziellen Internetseite.

"Der Automobile Club de l'Ouest will seine große Trauer über diesen Unfall ausdrücken und spricht Familie und Freunden sein tiefstes Beileid aus", hieß es in einer ersten offiziellen Mitteilung. Zum genauen Unfallhergang könne noch keine Angabe gemacht werden. Das Rennen war nach einer knapp einstündigen Safety-Car-Phase, in der die stark beschädigte Streckenbegrenzung repariert wurde, fortgesetzt worden.

Auch Aston Martin war trotz des Todes von Simonsen weiterhin auf der Strecke. "Auf Wunsch seiner Familie und zu Ehren von Allan wird das Team die 24 Stunden von Le Mans fortsetzen", hieß in einem Statement auf der offiziellen Internetseite.

Nach sechs Stunden war Audi auf dem besten Weg, seinen Vorjahressieg zu wiederholen. Die Titelverteidiger André Lotterer (Duisburg), Marcel Fässler (Schweiz) und Benoît Tréluyer (Frankreich) lagen in Führung, auf Platz zwei folgte der R18 von Tom Kristensen (Dänemark), Loïc Duval (Frankreich) und Allan McNish (Schottland). Dritter waren die Ingolstädter-Markenkollegen Lucas di Grassi (Brasilien), Marc Gené (Spanien) und Oliver Jarvis (Großbritannien).

Simonsen war bereits zum siebten Mal in Le Mans am Start gewesen. Der erfahrene Pilot hatte seinen bislang letzten Sieg in der GT-AM-Klasse im April in Silverstone gefeiert, dort gehörten wie in Le Mans seine Landsmänner Christoffer Nygaard and Kristian Poulsen zum Team. Geboren 1978 in Odense hatte Simonsen sein Engagement im Motorsport als Mechaniker gestartet und stieg zum Langstreckenspezialisten auf. Auch in der australischen V8-Supercar-Serie war der Däne aktiv.

In der 90-jährigen Geschichte ist Simonsen der 22. Fahrer, der dem Traditionsrennen zum Opfer fällt. Zuletzt starb der Franzose Sebastien Enjolras im Jahr 1997 nach einem Unfall im Vor-Qualifying. Der letzte Todesfall während des Rennens ereignete sich 1986, als der Österreicher Josef Gartner ums Leben kam.