Köln (SID) - DOSB-Präsident und IOC-Vize Thomas Bach hat kritisch auf die Dopingbeichte des ehemaligen Radstars Jan Ullrich reagiert. "Es ist zu wenig und viel zu spät", sagte Bach auf SID-Anfrage: "Für ein wirklich glaubhaftes Geständnis hätte sich Jan Ullrich schon vor einigen Jahren umfassend erklären müssen. Diese Chance hat er verpasst, und selbst jetzt arbeitet er nach meinem Gefühl noch mit rhetorischen Winkelzügen. Dass hilft weder ihm noch dem Radsport weiter."

Michael Vesper, Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), äußerte sich ebenfalls zurückhaltend. "Er soll endlich aufhören, scheibchenweise vorzugehen, sondern er soll einen Schnitt machen", sagte Vesper dem SID: "Es ist doch auch in seinem Interesse, den Schritt so zu gehen wie Lance Armstrong."

Ullrich (39) hat Blutdoping-Behandlungen beim umstrittenen spanischen Sportmediziner Eufemiano Fuentes zugegeben. "Ja, ich habe Fuentes-Behandlungen in Anspruch genommen", sagte er in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin Focus. Der Ex-Radprofi, der im Februar 2012 bereits gestanden hatte, Kontakt zu Fuentes gehabt zu haben, behauptet laut Focus, keine anderen Dopingmittel als sein eigenes Blut verwendet zu haben.

Ullrichs ehemaliger Hauptkonkurrent Armstrong hatte jahrelangen Dopingmissbrauch auch mit EPO zugegeben. Dem Amerikaner wurden daraufhin sämtliche sieben Toursiege aberkannt.