Berlin (dpa) - Neue Vorwürfe gegen Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU): Sein Ministerium soll den Bundestag über Jahre falsch
über das Ausmaß von Drohnen-Unfällen bei der Bundeswehr informiert haben.

Das meldet die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" unter Berufung auf eine noch unveröffentlichte Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion.

Insgesamt habe die Bundeswehr von 871 betriebenen Drohnen 124 durch Flugunfälle verloren, zitiert die Zeitung den Bericht. Auf Fragen der Linksfraktion habe das Ministerium im März 2011 den Absturz von lediglich 12 Drohnen gemeldet, im Februar 2012 seien
17 Abstürze aufgelistet worden. Zu diesem Zeitpunkt habe die
Bundeswehr jedoch schon 116 Unfälle verzeichnet.

Oppositionspolitiker warfen de Maizière vor, das Parlament getäuscht zu haben. Rainer Arnold von der SPD äußerte "den Verdacht, dass der Minister alle Informationen unterdrückt hat, die seiner Absicht zuwiderliefen, zügig Kampfdrohnen zu beschaffen."