Stuttgart (dpa) - Beim ehemaligen Radrennstall Gerolsteiner wurden nach Angaben des Ex-Radprofis David Kopp Doping-Mittel angeboten.

"Nitro für den Endspurt wurde mir vom Teamarzt angeboten. Mit den Teamärzten konnte man sich aber auch über die richtige Vorgehensweise, Dosierung austauschen. Alles, was von Belang ist", sagte der 34-Jährige bei seiner Zeugenaussage im Betrugs-Prozess gegen seinen ehemaligen Teamkollegen Stefan Schumacher vor dem Landgericht Stuttgart. Ihm wird vorgeworfen, seinen ehemaligen Teamchef Hans-Michael Holczer um Gehalt von 150 000 Euro betrogen zu haben, weil er Doping trotz Nachfrage geleugnet hat.

Kopp gestand zudem, in seiner Karriere gedopt zu haben. "Ich habe selber auch schon mal Synacthen genommen, ja klar. Das war nicht in der Gerolsteiner-Zeit, das war noch bei Lamonta." Aber auch bei Gerolsteiner sei ihm das Mittel von einem Arzt angeboten worden. Da er aber schon von einem anderen Gerolsteiner-Arzt ein Attest für die Nutzung von Cortison gehabt habe, habe er Synacthen abgelehnt.

Kopp erzählte zudem, dass er in seiner Karriere Epo und auch die Variante CERA genommen habe. "Im Trainingslager auf Mallorca habe ich mir Epo mal in der Apotheke gekauft. 2004 war das", sagte er. Zu dieser Zeit fuhr Kopp für Lamonta.

Der als Zeuge geladene ehemalige Gerolsteiner-Teamarzt Mark Schmidt ist derweil im Betrugs-Prozess gegen Schumacher nicht vor dem Landgericht Stuttgart erschienen. Schmidt meldete sich per Fax mit der Begründung ab, er sei im Urlaub. "Wer, nachdem er den Termin weiß, in den Urlaub fährt - das geht nicht", sagte Holzwarth. Das Gericht verhängte daraufhin ein Ordnungsgeld in Höhe von 500 Euro.

Von Schmidt hatte sich das Gericht Auskunft darüber erhofft, inwiefern Doping beim inzwischen aufgelösten Radteam thematisiert worden war.