Hamburg (SID) - Mercedes-Teamchef Ross Brawn (58) und Niki Lauda (64), Aufsichtsratsvorsitzender des Formel-1-Teams, haben in der Reifen-Affäre gereizt auf die Kritik an dem milden Urteil des Automobil-Weltverbandes FIA reagiert. "Die Strafe ist ziemlich hart", sagte Brawn der Fachzeitschrift Autosport, "ich denke, es ist hinterhältig, den Nachwuchsfahrertest mit einem Team-Abendessen am Saisonende zu vergleichen. Wir haben dadurch einen deutlich spürbaren Verlust."

Mercedes war am vergangenen Freitag vom Internationalen Tribunal der FIA wegen Reifentests mit dem Einheitshersteller Pirelli verwarnt und von der Teilnahme am Young Driver Test im Juli in Silverstone ausgeschlossen worden. Ein offizieller Protest von Red Bull und Ferrari im Mai hatte das Verfahren erzwungen, die Konkurrenten sahen in den Tests einen klaren Wettberwerbsvorteil. Red Bull und Ferrari bezeichneten das Urteil als unzureichend.

"Alles wurde hineininterpretiert, was man nur hineininterpretieren kann. Das ist in der Formel 1 so, die Schlangengrube, die Intrigen toben im Fahrerlager immer, und der Ausgang ist das einzig Entscheidende", sagte Lauda.

Mercedes hatte für den Young Driver Test eigentlich ein "umfangreiches technisches Entwicklungsprogramm" geplant, meinte Brawn. Der Ausschluss treffe die Silberpfeile deshalb empfindlich: "Wir schauen jetzt intern, wie wir den Verlust dieses Programms aufholen können. Ich bin nicht sicher, dass wir das schaffen." Red-Bull-Teamchef Christian Horner hatte behauptet: "Sie sind ihre Nachwuchsfahrertests sowieso eher mit Senioren gefahren. Dort verbannt zu werden, ist keine besondere Strafe."