Hamburg (SID) - Formel-1-Mogul Bernie Ecclestone (82) sieht einer möglichen Gefängnisstrafe in der Schmiergeld-Affäre gelassen entgegen. "Ich bin nicht schuldig. Aber wenn ich ins Gefängnis geschickt werde, muss ich damit klarkommen", sagte der Brite der Times, "ich glaube nicht, dass es mir besonders gefallen würde. Aber man muss mit gewissen Dingen umgehen."

Die Staatsanwaltschaft München soll gegen Ecclestone wegen Anstiftung zur Untreue und Bestechung in besonders schwerem Fall Anklage erhoben haben. Ob gegen den Herrscher der Formel 1 tatsächlich ein offizielles Verfahren eingeleitet wird, ist allerdings weiter unklar. Das Münchner Landgericht will erst im Juli darüber entscheiden. Sollte es zum Prozess kommen, drohen Ecclestone nach etwa vier Jahrzehnten Amtszeit als Chefvermarkter der Rennserie mehr denn je das Aus und eine Gefängnisstrafe. Einen Rücktritt lehnt der Manager ab.

Ecclestone soll dem früheren BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky 44 Millionen Dollar Bestechungsgeld im Zuge des Verkaufs einer Formel-1-Beteiligung der BayernLB an den britischen Investor CVC gezahlt haben. Der mittlerweile zu achteinhalb Jahren Haft verurteilte Gribkowsky hat Ecclestone bei der Münchner Staatsanwaltschaft schwer belastet. Ecclestone bestreitet die Vorwürfe und behauptet, von Gribkowsky erpresst worden zu sein.