Köln (dpa) - Der Sal. Oppenheim-Prozess vor dem Landgericht Köln wird in einem Teilaspekt vorläufig eingestellt.

Das entschied die 16. Große Strafkammer am Mittwoch auf Antrag der Staatsanwaltschaft.

Es geht um den Vorwurf, die ehemalige Bankführung habe der Arcandor-Großaktionärin Madeleine Schickedanz 2005 einen Kredit in Höhe von 380 Millionen Euro über eine Strohmanngesellschaft gewährt.

Oberstaatsanwalt Gunnar Greier sagte, mit der vorläufigen Einstellung solle das umfangreiche Verfahren beschränkt werden. Die Staatsanwaltschaft wolle so zu einer konzentrierten Hauptverhandlung beitragen.

Gerichtssprecher Dirk Eßer erläuterte, dieser Aspekt der Anklage betreffe zwar die höchste Summe, es handele sich aber um einen vergleichsweise weniger schweren Vorwurf, da es nur um eine Vermögensgefährdung und nicht um eine tatsächlich eingetretene Schädigung gehe.

Die verbliebenen Anklagepunkte reichten allemal aus, um - im Falle eines Schuldspruchs - den Tatbestand der schweren Untreue zu erfüllen.