Berlin (SID) - Nach der massiven Kritik an den Zielvereinbarungen bei Olympia 2012 in London ist deren Neuordnung auf weitestgehend positive Resonanz im Sportausschuss des Deutschen Bundestags gestoßen. "Wir sind froh, dass offensichtlich eine Kehrtwende vollzogen wurde", sagte Martin Gerster, sportpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion: "Niemand hat bestritten, dass Zielvereinbarungen sinnvoll sind. Die Kritik richtete sich dagegen, dass die Zielvereinbarungen unter Verschluss gehalten wurden."

Am vergangenen Montag hatte der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) die neuen Zielvereinbarungen für die Winterspiele in Sotschi 2014 und die Sommerspiele in Rio de Janeiro 2016 vorgestellt. Erstmals gibt es dabei einen Medaillenkorridor. "Die Zielvereinbarungen gewährleisten größere Transparenz", sagte Klaus Riegert, Obmann der CDU/CSU-Fraktion. Die neuen Zielvereinbarungen sollen in weiten Teilen öffentlich zugänglich sein.

In Sotschi sollen die deutschen Sportler zwischen 27 bis 42 Medaillen erreichen, in Rio werden zwischen 40 bis 70 Medaillen und 152 bis 182 Finalplatzierungen erwartet. Insgesamt werden die Sportverbände 2013 mit 36,3 Millionen Euro unterstützt.

Über Zielvereinbarung und Förderung hatte es während und nach Olympia in London eine kontroverse Debatte gegeben. DOSB und Bundesinnenministerium hatten die Vorgaben erst nach einer Klage durch zwei Journalisten öffentlich gemacht.

Kritik gab es von Bündnis 90/Die Grünen. "Wäre es nicht Zeit, eine echte Strukturreform anzugehen", sagte deren sportpolitische Sprecherin Viola von Cramon.

Eine Absage erteilte der DOSB erneut der Forderung, auch die Mitgliederanzahl der Verbände als Förderkriterium heranzuziehen. "Dieses Kriterium ist sachfremd, ein solches Modell ist nicht sinnvoll. Der Bund ist für die Leistungssportförderung zuständig", sagte DOSB-Generaldirektor Michael Vesper: "Die derzeitigen Kriterien sind zweimal einstimmig beschlossen worden."