Aachen (SID) - Der Medikationsfall der fünfmaligen Dressur-Olympiasiegerin Isabell Werth (Rheinberg) entwickelt sich immer mehr zum Spiel auf Zeit. Ein Jahr nach Bekanntwerden der positiven Probe bei Werths Pferd El Santo ist immer noch keine Entscheidung in Sicht. Auch das für Ende Juni angekündigte Urteil der Disziplinarkommission der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) lässt weiter auf sich warten.

"Es hat in dieser Woche ein Treffen mit Kommissionsmitgliedern und Gutachtern im Stall von Isabell Werth gegeben. Ein Ergebnis ist in Kürze aber nicht zu erwarten", teilte die FN mit. Damit dürfte auch Werths Start bei der EM Ende August nichts im Wege stehen. Sollte Werth durch die Kommission gesperrt werden, könnte sie noch Einspruch einlegen. Dadurch würde sich das Verfahren weiter verzögern.

Bei Werths Pferd war im vergangenen Jahr das im Wettkampf verbotene Magenmittel Cimetidin festgestellt worden. Die Substanz ist international erlaubt, steht bei nationalen Turnieren allerdings auf der Liste der verbotenen Medikationen. Werth will mit Hilfe von Gutachtern beweisen, dass das Mittel durch eine defekte Trinkanlage und nicht durch eine Behandlung in den Körper des Tieres gelangt ist.

Die sechsmalige Weltmeisterin vom Niederrhein geht ab Donnerstag mit ihrem Wallach Don Johnson beim CHIO in Aachen an den Start und will sich beim größten Pferdesportfest der Welt sportlich für die EM qualifizieren.