Kairo (dpa) - Die islamistischen Parteien in Ägypten haben vor den geplanten Massenprotesten der Opposition eine Solidaritätskundgebung für Präsident Mohammed Mursi organisiert.

Nach Berichten lokaler Medien versammelten sich Hunderte Mitglieder der Muslimbruderschaft in einer Moschee im Kairoer Vorort Nasr-City. Es kam zu Streit mit Betenden, die monierten, eine politische Bewegung dürfte eine Moschee nicht für ihre Aktivitäten benutzen.

In der Nacht gab es erneut gewaltsame Zusammenstöße zwischen Islamisten und ihren Gegnern. Die Muslimbruderschaft berichtete, ein Student aus ihren Reihen sei in der Stadt Sagasig von bezahlten Schlägern getötet worden. Demonstranten steckten in Sagasig ein Parteigebäude der Bruderschaft in Brand.

Unterdessen wurde bekannt, dass die Regierung Zwangsmaßnahmen gegen regierungskritische Fernsehsender ergriffen hat. Gegen den Besitzer des Senders CBC, Mohammed al-Amin, wurde wegen mutmaßlicher Steuerhinterziehung ein Reiseverbot verhängt. Die Polizei sei in der Nacht mit einem Haftbefehl gegen den Betreiber von "Al-Faraein", Tawfik Okascha, im Studio des Senders erschienen.

Am Sonntag jährt sich zum ersten Mal der Amtsantritt von Mursi. Dies nehmen seine Gegner zum Anlass für landesweite Proteste. Sie wollen seinen Rücktritt erzwingen.