Aachen (SID) - Ein schwerer Sturz des jungen Springreiters Andreas Kreuzer mit offenbar glimpflichem Ausgang hat beim CHIO in Aachen den NRW-Preis überschattet. Der 22-Jährige aus dem deutschen Perspektivkader war mit dem zehn Jahre alten Wallach Balaounito beim Sieg von Ludger Beerbaum kopfüber auf den Boden gestürzt. Kreuzer blieb mehrere Minuten regungslos liegen und wurde anschließend in die Klinik gebracht.

Am späten Nachmittag gab die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) Entwarnung. "Es ist nichts gebrochen, es gibt keine Anzeichen von Lähmungen. Er ist ansprechbar, hat ein paar schwere Prellungen und muss 24 Stunden zur Beobachtung im Krankenhaus bleiben", hieß es.

Beerbaum gewann indes den mit 130.000 Euro dotierten NRW-Preis mit dem 14 Jahre alten Hengst Chaman zum dritten Mal in seiner Laufbahn. Der viermalige Olympiasieger lieferte im Stechen den schnellsten Nullfehlerritt und siegte vor der US-Amerikanerin Laura Kraut mit Cedric und Marcus Ehning (Borken) mit Plot Blue.

Zunächst hatte der spektakuläre Sturz das Stadion in einen kollektiven Schockzustand versetzt. Bundestrainer Otto Becker, bei dem Kreuzer als Bereiter in Sendenhorst bei Münster angestellt ist, lief sofort auf den Platz. Sicherheitskräfte bauten Sichtblenden auf, die TV-Kameras drehten ab. Als der Stadion-Sprecher die erste Entwarnung verkündete, brandete Applaus auf. Auch das Pferd des Youngsters blieb offenbar weitgehend unverletzt.

Kreuzers Stern als Springreiter war beim CHIO 2011 aufgegangen, als er als völlig unbekannter Außenseiter im Großen Preis von Aachen Dritter wurde. Er ritt das Pferd Chacco Blue von Europas größtem Pferdehändler Paul Schockemöhle, bei dem er angestellt war. 2012 wechselte der hoch aufgeschossene Nachwuchsreiter in den Stall von Becker.