Kirchberg (dpa) - Trainer Jürgen Klopp glaubt trotz des Wechsels von Nationalspieler Mario Götze zum FC Bayern München nicht an einen Substanzverlust bei Borussia Dortmund.

"Wir wollen stärker sein als in der letzten Saison. Stand jetzt haben wir ja nur einen Stammspieler verloren", sagte der BVB-Trainer bei der ersten Pressekonferenz im Trainingslager in Kirchberg in Tirol. Damit versuchte Klopp die Bedenken der Fans zu zerstreuen, die sich zuletzt in zahlreichen Internetforen besorgt darüber gezeigt hatten, dass bislang nur der Bremer Innenverteidiger Sokratis als Neuzugang feststeht.

Hans-Joachim Watzke konnte noch keinen weiteren Transfererfolg vermelden: "Alles ist möglich, nichts ist fix", sagte der BVB-Geschäftsführer. Die avisierte Verpflichtung des gabunischen Nationalstürmers Pierre-Emerick Aubameyang vom französischen Erstligisten AS Saint-Etienne ist schon sehr weit, aber eben noch nicht perfekt. "Wir glauben, dass wir auf einem guten Weg sind", so Watzke. Darüber hinaus sei man weiter dabei, die kurze Wunschliste abzuarbeiten. "Stand jetzt gibt es aber nichts Neues zu verkünden. Aber wir wissen genau, wen und was wir wollen. Daran arbeiten wir."

Erst tags zuvor hatte der Fußball-Bundesligist im Brixental Quartier bezogen und war dort überaus freundlich empfangen worden. "Die Trainingsbedingungen sind klasse und die Leute außergewöhnlich", sagte Klopp bestens gelaunt und gut erholt. Er äußerte sich überzeugt davon, dass der von Bayern München umworbene Torjäger Robert Lewandowski, der wie einige andere Nationalspieler in der ersten Trainingsphase bis Samstag fehlt, bis zum Schluss alles für den BVB tun werde. "Robert hat auch bis zum Saisonende alles für uns gegeben, um maximalen Erfolg zu haben. Und ich bin absolut sicher, dass sich daran nichts ändert." Er denke nicht, "dass Robert mit dem Kopf schon woanders ist".

Mit Blick auf den Konkurrenzkampf mit dem schier übermächtigen Titelverteidiger Bayern München schaut Klopp vor allem auf die eigenen Stärken. "Unser Plan ist nicht, im Windschatten von Bayern zu spielen." Vor seinem neuen Trainer-Kollegen Pep Guardiola zeigt Klopp großen Respekt. "Mit Pep ist ein überragender Charakter und Trainer gekommen", meinte der 46-Jährige, und mit einer kleinen Spitze Richtung dessen Arbeitgeber: "Zudem macht Pep einen sensationell sympathischen Eindruck. Und das wird den Bayern sicher auch nicht schaden."

Klopp und Watzke machten kein Geheimnis aus den Saisonzielen des Vizemeisters und Champions-League-Finalisten der Vorsaison. Mit Sportdirektor Michael Zorc seien sie sich einig darüber, dass man in der Bundesliga mindestens Platz drei anvisiere. "Klar, wir wollen uns wieder direkt für die Champions League qualifizieren und in diesem Jahr dort die Gruppenphase überstehen", sagte der BVB-Boss. Auch der DFB-Pokal gehöre zum "Tagesgeschäft".