Montpellier (SID) - Der deutsche Top-Sprinter André Greipel hat den Bann bei der 100. Tour de France gebrochen und die 6. Etappe gewonnen. Nach 176,5 ereignisarmen Kilometern von Aix-en-Provence nach Montpellier setzte sich der gebürtige Rostocker am bislang heißesten Tag der Jubiläumsausgabe im Massensprint vor Peter Sagan (Slowakei/Cannondale) und Marcel Kittel (Arnstadt/Argos) durch.

Für Greipel war es der fünfte Tour-Etappensieg. Daryl Impey sorgte für ein Novum in der lange Geschichte der Tour und streifte sich als erster Afrikaner das Gelbe Trikot über.

Knapp vier Stunden hielten sich die Fahrer zurück und absolvierten das Überführungsteilstück in Richtung der Pyrenäen weitgehend geschlossen. Für echte Aufregung sorgte erst das Finale, das in einem klassischen "Sprint Royale" mündete. Greipel, Sagan, Kittel und auch der Brite Mark Cavendish, der rund 30 km vor dem Ziel gestürzt war und sich ins Hauptfeld zurückarbeiten musste, kämpften verbissen um den Sieg.

Gegen die perfekte Vorbereitung von Greipels Team Lotto-Belisol war die versammelte Sprintelite jedoch machtlos. Greipels Mannschaftskollege und Kumpel Marcel Sieberg, der den vierten Platz und die mäßige Arbeit am Vortag auch auf seine Kappe genommen hatte, servierte dem deutschen Meister den Sieg auf dem Silbertablett. "Gestern haben wir einen kleinen Fehler gemacht, heute waren wir umso mehr motiviert. Jeder hat gesehen, was für ein starkes Team wir haben. Sie unterstützen mich überall, ich bin sehr stolz auf diese Mannschaft", sagte Greipel.

Der 30-Jährige machte mit seinem Erfolg auch den enttäuschenden Tour-Auftakt ein Stück weit vergessen. Bei der ersten Etappe war er mit Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin kollidiert und konnte im Anschluss wegen eines Defekts nicht in den Massensprint eingreifen - die Chance auf das Gelbe Trikot war dahin.

In dieses schlüpfte am Donnerstag Daryl Impey aus Südafrika. Der 28-Jährige ist damit der erste Fahrer vom "Schwarzen Kontinent" der bei der Großen Schleife das Gesamtklassement anführt. Impey übernahm Gelb von seinem Orica-Teamkollegen Simon Gerrans (Australien).