Köln (SID) - Der ehemalige Radprofi Jörg Jaksche hat seinen früheren CSC-Teamchef Bjarne Riis vor der Anti-Doping-Agentur Dänemarks erneut schwer belastet. "Das Gespräch hat vor gut einem Monat stattgefunden. Ich habe das, was bekannt war, nochmals ausgesagt: Es gab bei CSC die Möglichkeit, bestimmte Sachen zu erhalten. Es war sein Team. Riis wusste, was Sache ist", sagte Jaksche am Donnerstag dem SID.

Der frühere Radstar und heutige Saxo-Teambesitzer Riis steht abermals im Mittelpunkt von Doping-Ermittlungen. Die Anti-Doping-Agentur Dänemarks untersucht die sportliche Vergangenheit des Tour-Siegers von 1996 sowie seine Beziehungen zu den Ex-Profis Tyler Hamilton, Jan Ullrich und Laurent Jalabert, die in Dopingskandale verwickelt sind. Die geständigen Ex-Profis Michael Rasmussen und Tyler Hamilton sagten ebenfalls gegen Riis aus.

Der 49-jährige Riis war am Mittwoch von der 100. Tour de France vorzeitig abgereist, angeblich aus geschäftlichen Gründen. Andere ehemalige Fahrer von Riis wie der Amerikaner Christian Vande Velde stellten sich angesichts der Dopingermittlungen hinter den Dänen. Jaksche, der 2004 für das Team CSC fuhr, hält derweil Sanktionen für angebracht.

Ob Riis jedoch für mögliche Vergehen als CSC-Teamchef überhaupt belangt werden kann, ist fraglich. Rechtsexperten führen die achtjährige Verjährungsfrist als Gegenargument an. Der mit Spannung erwartete Untersuchungsbericht der Anti-Doping-Kommission des französischen Senats wird am 24. Juli veröffentlicht. Er hält nach Jaksches Ansicht einige Überraschungen bereit: "Eventuell trifft es sogar noch aktive Fahrer."