Berlin (dpa) - Bundesinnenminister Friedrich will dem Parlamentarischen Kontrollgremium neue Fakten zum US-Spähprogramm "Prism" vorlegen. Im ARD-"Morgenmagazin" relativierte er die bisherige Aussage nach seinen Gesprächen in Washington, durch US-Geheimdienstinformationen seien in Deutschland fünf Anschläge verhindert worden.

Bei seiner Reise in die USA in der vergangenen Woche sei es darum gegangen, zu klären, "was sammelt die NSA, was sammeln die Amerikaner überhaupt", sagte der CSU-Politiker. "Wir haben da einiges an Informationen bekommen, das werde ich heute im Kontrollgremium auch mitteilen."

Friedrich äußerte sich zurückhaltend zur Zahl der durch NSA-Informationen verhinderten Anschläge in Deutschland. "Die Zahl der nicht stattgefundenen Terroranschläge zu zählen, ist relativ schwierig", sagte er. "Wir kriegen die Hinweise, aber wir wissen nicht, woher diese Hinweise kommen." Und wenn die Amerikaner jetzt sagen, in fünf Fällen stammten die Hinweise aus dem "Prism"-Programm, "dann muss man das mal so hinnehmen", sagte Friedrich. "Aber vielleicht waren es auch mehr Anschläge, vielleicht waren es weniger."

Friedrich machte in der ARD und im Sender n-tv deutlich, dass die Bundesregierung nicht davon ausgeht, zügig einen Überblick über das ganze Ausmaß der US-Aktionen zu erhalten. Die Amerikaner hätten ihm zugesagt, weitere Informationen zu liefern. "Der Prozess der Aufklärung ist damit angestoßen und jetzt muss es darum gehen, dass wir in den nächsten Wochen und Monaten die Informationen nicht nur auswerten, sondern auch Konsequenzen ziehen", sagte Friedrich im Sender n-tv.