Spähaffäre in Deutschland: Merkel soll sich einschalten

Berlin (dpa) - Oppositionspolitiker fordern von Bundeskanzlerin Angela Merkel, die Aufklärung der Geheimdienst-Spähaffäre zur Chefsache zu machen. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich informierte heute im Parlamentarischen Kontrollgremium die Abgeordneten über die bisherigen Erkenntnisse. SPD, Linke und Grüne werteten diese jedoch als völlig unzulänglich. Der Vorsitzende des Kontrollgremiums, SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann, sagte, Merkel müsse die Sache selbst in die Hand nehmen.

Snowden fürchtet Folter und Todesstrafe: Antrag auf Asyl in Russland

Moskau (dpa) - Jetzt ist es amtlich: Der von den USA gejagte Geheimdienstexperte Edward Snowden hat Asyl in Russland beantragt. Aus Angst vor Folter und Todesstrafe in den USA habe der 30-jährige Amerikaner im Transitbereich des Moskauer Flughafens Scheremetjewo den Antrag unterschrieben, teilte der russische Anwalt Anatoli Kutscherena mit. Die russische Migrationsbehörde bestätigte den Eingang des Gesuches. Der Antrag auf vorläufiges Asyl werde nun im Lauf von maximal drei Monaten bearbeitet, sagte Behördenchef Anatoli Romodanowski nach Agenturangaben.

Sieben Tote bei Krawallen in Ägypten - Streit mit der Türkei um Mursi

Kairo (dpa) - Bei Zusammenstößen zwischen Anhängern des gestürzten ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi und der Polizei sind in Kairo mindestens sieben Menschen ums Leben gekommen. Weitere 261 seien vergangene Nacht verletzt worden, teilte der Ambulanzdienst mit. Heftige Kritik an der Übergangsregierung äußerte die türkische Regierung. Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan sagte: "Unser Präsident ist Mursi." Ein Sprecher des ägyptischen Außenministeriums zeigte sich darüber äußerst irritiert.

Hochwasserschäden geringer als angenommen

Berlin (dpa) - Die Schäden des Juni-Hochwassers in Deutschland sind geringer als zunächst angenommen. Nach einer dpa vorliegenden Übersicht haben die Länder dem Bund Schäden von insgesamt rund 6,68 Milliarden Euro gemeldet. Das Bundesinnenministerium bestätigte die Angaben. Allerdings sind das vorläufige Zahlen. Experten hatten nach dem Hochwasser Schäden im zweistelligen Milliardenbereich nicht ausgeschlossen. Bei der Jahrhundertflut im Jahr 2002 lag der Gesamtschaden in Deutschland bei rund 13 Milliarden Euro.

Plan für Meeresschutzzonen in der Antarktis vorerst gescheitert

Bremerhaven (dpa) - Keine Einigung auf Meeresschutzgebiete im Südpolargebiet: Die Kommission für die Erhaltung der lebenden Meeresschätze in der Antarktis brach ihre Sondersitzung in Bremerhaven ohne Ergebnis ab. Grund seien von Russland überraschend aufgeworfene juristische Fragen, sagte der deutsche Delegationsleiter Walter Dübner. Umweltverbände reagierten entsetzt. Sie habe noch nie so enttäuschende Verhandlungen erlebt, sagte Greenpeace-Meeresexpertin Iris Menn. Sie nahm als Beobachterin an den zweitägigen Beratungen teil.

Verfassungsschutz: Rechte Szene in Thüringen wächst wieder

Erfurt (dpa) - Thüringens Verfassungsschutz beobachtet ein Erstarken der rechten Szene im Heimatland des früheren NSU-Trios aus Jena. Die NPD sei mitgliedermäßig um 10 Prozent gewachsen, die Zahl der Neonazis um rund 16 Prozent gestiegen, heißt es in dem Verfassungsschutzbericht. Die Gründe seien teils schwer nachvollziehbar, sagte der amtierende Verfassungsschutzpräsident Roger Derichs. Es gebe eine "krude Mischung" von NSU-verharmlosenden Verschwörungstheorien bis zu öffentlicher Duldung.