München (dpa) - Mit Benefizkonzerten und "Balladenabenden" soll in der rechten Szene für die untergetauchten Neonazis Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt gesammelt worden sein.

Das habe der Angeklagte Holger G. erzählt, berichtete ein Beamter des Bundeskriminalamts am Dienstag im NSU-Prozess vor dem Oberlandesgericht München. G. hatte im Ermittlungsverfahren umfangreich ausgesagt, vor Gericht dann aber zu den Tatvorwürfen nur eine vorbereitete Erklärung verlesen.

Der NPD-Funktionär Ralf Wohlleben soll die Benefizkonzerte den Aussagen zufolge mitorganisiert haben. Holger G. hat zugegeben, dem untergetauchten Neonazi-Trio Dokumente besorgt zu haben. Außerdem habe er einmal im Auftrag Wohllebens eine Waffe transportiert. Als er gefragt habe, wozu die Pistole dienen solle, habe Wohlleben gesagt: "Es ist besser, wenn du nicht weißt, was sie damit vorhaben."

Wohlleben ist wegen Beihilfe zum Mord angeklagt, Holger G. wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung. Beate Zschäpe wird Mittäterschaft bei allen Attentaten des "Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU) vorgeworfen; sie soll für die legale Fassade des Trios gesorgt haben.

Pressemitteilung zur Anklageerhebung

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