Frankfurt/Main (SID) - Eine deutlich gewachsene Kooperation mit Schulen und umfangreiche Gesundheitsprogramme, aber auch einschneidende Probleme mit veralteten Sportstätten und der Besetzung ehrenamtlicher Vorstandsposten: Der Sportentwicklungsbericht des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) hat zu "erfreulichen Erkenntnissen" geführt, "rosarot" ist in der deutschen Sportlandschaft aber längst nicht alles.

"In vielen Bereichen übernimmt der Sportverein eine wichtige Wohlfahrtsproduktion", sagte Christoph Breuer, Leiter des Forschungsteams der Deutschen Sporthochschule in Köln: "Das heißt aber nicht, dass die Welt der Sportvereine rosarot ist."

Hauptprobleme in der deutschen Sportlandschaft seien Personalprobleme, "die sich leicht verschärft haben" (Breuer), sowie die in die Jahre gekommenen Sportstätten. "18.000 Vereine trainieren in Sportstätten, die 30 Jahre oder älter sind", sagte Breuer. Zudem habe, auch mit Blick auf die Ganztagsbetreuung in den Schulen die "Problematik der Verfügbarkeit" zugenommen.

Äußerst positiv bewertet der DOSB hingegen, "dass immer mehr Vereine (...) Kooperationen mit den Bildungseinrichtungen suchen". Von 12,4 Prozent (2009/10, 11.271 Vereine) stieg die Anzahl im aktuellen Bericht über das Jahr 2011/12 auf 17,8 Prozent (16.224).

Personell sei das größte Problem, "wenn Vereine in ihrer Existenz bedroht werden", die Besetzung ehrenamtlicher Funktionärsstellen in den Vereinen, sagte Breuer. Rund 750.000 ehrenamtliche Funktionsträger sorgen mit 150 Millionen Stunden momentan für eine Wertschöpfung von 2,3 Milliarden Euro.

DOSB-Generalsekretär Michael Vesper erneuerte in diesem Zusammenhang die Forderung an die Politik, dass "weitere Schritte" bei der Aufwandsentschädigung für freiwillige Helfer unternommen werden müssen. "Wir erwarten, dass ehrenamtliche Helfer, die eine Aufwandsentschädigung beziehen, diese zu einem höheren Teil steuerfrei bekommen können", sagte Vesper: "Da werden wir nach der Bundestagswahl sicherlich auch weiter gehen."