Köln (SID) - Der vom Schwimm-Weltverband FINA vor zwei Jahren im Kampf gegen Doping angekündigte Blutpass ist noch immer nicht eingeführt worden. Kurz vor der WM in Barcelona (19. Juli bis 4. August) werden die Pläne jetzt wieder aus der Schublade geholt. Der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) wurde in der vergangenen Woche von der FINA informiert, dass es künftig "ein Programm mit Bluttests" geben werden. Die Namen der Schwimmer, die darin aufgenommen werden, sollen in den nächsten Tagen bekannt gegeben werden.

Der Blutpass sei nicht eingeführt worden, bestätigte DSV-Leistungssportdirektor Lutz Buschkow dem SID, "aber es wird vereinzelte Bluttests während der WM geben". Bei der WM 2011 in Shanghai hatte die FINA noch versprochen, mit den damals durchgeführten Kontrollen in einem biologischen Pass ein Blutprofil über einen längeren Zeitraum zu beginnen. So sollten Unregelmäßigkeiten festgestellt und gezielte weitere Tests gemacht werden. Man wollte sich an die Spitze des Anti-Doping-Kampfes setzen - es blieb bei der Ankündigung.

"Es ist natürlich ein Versäumnis", sagte Bundestrainer Henning Lambertz dem SID. Die Gründe kenne er nicht, aber "am Geld darf es nicht liegen. Denn wenn wir den Sport ein bisschen dopingfreier machen können, sollte es uns das wert sein." Seit der WM 2011 wurden laut FINA-Auflistung 45 Athleten positiv getestet, davon 27 Schwimmer, 16 Wasserballer und zwei Wasserspringer.

"Leider ist das Schwimmen nicht sauber", sagte Lambertz und forderte neben mehr Kontrollen vor allem härtere Strafen: "Wem Doping nachgewiesen wird, der gehört lebenslang gesperrt. Er darf nie wieder Sport machen."