Frankfurt/Main (dpa) - Dank positiver Impulse aus den USA ist der Höhenflug des Dax am Donnerstag weiter gegangen.

Nach einem schwachen Start - ausgelöst unter anderem durch die gesenkte Umsatzprognose von Index-Schwergewicht SAP - drehte der Leitindex am Nachmittag ins Plus und schloss 1,00 Prozent fester bei 8337,09 Punkten auf seinem Tageshoch. Damit setzte er seine nur am Dienstag unterbrochene Rally der vergangenen sieben Handelstage fort. Der MDax legte um 1,43 Prozent auf 14 205,30 Punkte zu und der TecDax gewann 0,99 Prozent auf 997,58 Punkte.

Laut Marktbeobachter Johannes Bollongino vom Broker IG "sorgten ordentliche US-Konjunkturdaten für eine positive Tagesstimmung". Dort waren die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe überraschend deutlich gefallen. Zudem hatte sich das Geschäftsklima in der Region Philadelphia im Juli überraschend weiter aufgehellt: Der entsprechende Index der regionalen Notenbank (Philly-Fed-Index) war auf den höchsten Stand seit März 2011 gestiegen. Die US-Standardwerte-Indizes markierten daraufhin Rekordstände.

Die Anteilsscheine von SAP konnten ihre Verluste eindämmen und verloren zum Handelsschluss noch 1,11 Prozent. Nachdem zunächst schwache Quartalszahlen und ein gesenkter Umsatzausblick für ein Minus von über vier Prozent gesorgt hatten, dienten laut Börsianern positive Aussagen auf der Analystenkonferenz als Kursstütze. Dort hätten die Walldorfer betont, weiter schneller zu wachsen als der Markt und bei der superschnellen Datenbank Hana über eine starke Pipeline zu verfügen. Im zweiten Halbjahr solle auch das schwache Geschäft in China wieder zulegen.

Die Aktien von ThyssenKrupp eroberten mit plus 3,68 Prozent erneut die Dax-Spitze. Seit nunmehr drei Tagen geht es für die Papiere des Industrieunternehmens nach oben. Ein Pressebericht über einen kurz bevorstehenden Verkauf des brasilianischen Stahlwerks hatte neue Hoffnungen auf eine erfolgreiche Trennung vom Steel-Americas-Geschäft geweckt. Die Commerzbank rechnet zudem mit soliden Zahlen für das dritte Geschäftsquartal.

Für die Papiere der Deutschen Bank ging es nach starken Zahlen von Morgan Stanley um 2,85 Prozent bergauf. Die US-Großbank hatte ebenso wie an den vergangenen Tagen die Bank of America, Goldman Sachs und die Citigroup erfreuliche Quartalszahlen vorgelegt.

Uneinheitliche Nachrichten schickten Wacker Chemie auf eine Berg- und Talfahrt. Anfangs hatte der pessimistische Jahresausblick des US-Chipherstellers Intel die Aktien des Spezialchemiekonzerns und Halbleiter-Zulieferers belastet. Doch dann gaben Nachrichten aus China zu Importzöllen auf spezielle Solarkomponenten (Polysilizium) aus den USA und Südkorea kräftig Auftrieb. Vom MDax-Ende wurden die Anteilsscheine letztlich mit plus 3,76 Prozent fast bis an die Indexspitze katapultiert.

Der EuroStoxx 50 schloss 1,35 Prozent höher bei 2717,99 Punkten. Auch die nationalen Inditzes in Paris und London legten kräftig zu, und der New Yorker Dow Jones Industrial stand zum europäischen Handelsende deutlich im Plus. Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,28 Prozent am Vortag auf 1,24 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,22 Prozentpunkte auf 134,63 Punkte. Der Bund Future gewann 0,17 Prozent auf 144,16 Punkte. Der Kurs des Euro sank auf 1,3075 US-Dollar. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,3093 (Mittwoch: 1,3136) Dollar festgesetzt und der Dollar damit 0,7638 (0,7613) Euro gekostet.