Athen (dpa) - Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble ist am Donnerstagvormittag in Athen eingetroffen.

Die Polizei hatte aus Sicherheitsgründen das gesamte Stadtzentrum abgeriegelt.

Nur Fußgänger konnten das Hotel erreichen, in dem er am Mittag ein kurze Rede vor der Deutsch-Griechischen Handelskammer halten wollte. Anschließend wird Schäuble den griechischen Regierungschef Antonis Samaras und Finanzminister Ioannis Stournaras treffen.

Die griechische Presse reagierte unterschiedlich auf den Besuch. Die linke Zeitung "Eleftherotypia" zeigte auf ihrer Titelseite den Untergang der griechischen Wirtschaft, ausgelöst durch die harten Sparprogramme.

"Herr Schäuble hier ist ihr Werk: Bruttoinlandsprodukt minus 20,5, Einzelhandel minus 18 Prozent, Bauwesen minus 67 Prozent", titelte das Blatt. Und die Arbeitslosigkeit habe inzwischen 27 Prozent übertroffen. Die konservative Presse berichtete dagegen sachlicher über den Besuch Schäubles.

Die griechische Opposition hatte Schäuble in den vergangenen Monaten wiederholt scharf angegriffen. Viele Griechen sehen den CDU-Politiker negativ als Sparkommissar und als unerwünscht in ihrem Land an. Am Nachmittag war eine Demonstration gegen Schäuble an einem kleinen Platz in Athen geplant.